Carnival Thursday

Switzerland • February 12, 2026 • Thursday

40
Days
19
Hours
26
Mins
02
Secs
until Carnival Thursday
Europe/Zurich timezone

Holiday Details

Holiday Name
Carnival Thursday
Date
February 12, 2026
Day of Week
Thursday
Status
40 days away
About this Holiday
Carnival Thursday is a half day holiday in Switzerland

About Carnival Thursday

Also known as: Schmutziger Donnerstag

Der Schmutzige Donnerstag: Der Urknall der Schweizer Fasnacht

Der Schmutzige Donnerstag markiert in der Schweiz den fulminanten Auftakt zur "fünften Jahreszeit". Es ist der Tag, an dem die gesellschaftliche Ordnung Kopf steht, Masken die Gesichter verhüllen und der ohrenbetäubende Klang der Guggenmusik die winterliche Stille vertreibt. Während die Fasnacht in vielen Teilen der Welt gefeiert wird, hat sie in der Schweiz eine ganz besondere, tief verwurzelte Bedeutung, die weit über das blosse Verkleiden hinausgeht. Es ist ein Ventil für Satire, ein Fest der Gemeinschaft und ein archaisches Ritual zur Vertreibung des Winters.

In den katholisch geprägten Regionen der Zentralschweiz, allen voran in Luzern, ist der Schmutzige Donnerstag der wichtigste Tag des Jahres. Wenn morgens um fünf Uhr der "Urknall" die Stadt erschüttert, erwacht die Fasnacht zum Leben. Der Name "Schmutziger Donnerstag" leitet sich dabei nicht von Dreck im modernen Sinne ab, sondern vom alemannischen Wort "Schmutz" für Fett. Es war der letzte Tag vor der strengen vorösterlichen Fastenzeit, an dem noch einmal geschlachtet und fettig gegessen werden durfte – insbesondere die traditionellen, in Fett ausgebackenen Fasnachtsküchlein.

Was diesen Tag so besonders macht, ist die Transformation des öffentlichen Raums. Schweizer Städte, die sonst für ihre Ordnung und Diskretion bekannt sind, verwandeln sich in ein Chaos aus Farben, Klängen und Konfetti. Die Fasnacht ist ein demokratisches Fest: Hinter der Larve (Maske) sind alle gleich, egal ob Bankdirektor oder Handwerker. Es ist die Zeit der "Guggenmusigen", jener Blechblasinstrumenten-Gruppen, die bekannte Melodien absichtlich schräg, aber mit unglaublicher Energie und Rhythmik vortragen und so die Strassen in eine bebende Klangkulisse verwandeln.

Wann ist der Schmutzige Donnerstag 2026?

Die Fasnacht ist ein bewegliches Fest, da sie direkt vom Osterdatum abhängt. Der Schmutzige Donnerstag findet traditionell am Donnerstag vor Aschermittwoch statt und markiert den Beginn der Kernfasnachtstage.

Im Jahr 2026 fällt der Schmutzige Donnerstag auf den February 12, 2026. Das bedeutet, es verbleiben noch genau 40 Tage, bis die grossen Feierlichkeiten in der Schweiz beginnen.

Der Termin ist variabel, da er genau 40 Tage vor Ostern (ohne die Sonntage gerechnet) liegen muss, was ihn in den Zeitraum zwischen Ende Januar und Anfang März schiebt. In der Schweiz gibt es jedoch eine grosse Ausnahme: Die Basler Fasnacht beginnt erst am Montag nach Aschermittwoch, wenn die Fasnacht in den anderen Regionen bereits beendet ist. Dennoch ist der Schmutzige Donnerstag schweizweit das symbolische Datum, an dem das Fasnachtsfieber das ganze Land erfasst.

Die Geschichte und der Ursprung der Fasnacht

Die Wurzeln der Schweizer Fasnacht sind vielfältig und reichen bis in das Mittelalter und die vorchristliche Zeit zurück. Es ist eine Mischung aus germanischen Frühlingsritualen, kirchlichen Bräuchen und später auch politischer Satire.

Der Kampf gegen den Winter

In den frühen Bräuchen ging es vor allem um die Vertreibung der Winterdämonen. Mit furchteinflößenden Holzmasken und lautem Lärm – oft durch Glocken oder einfache Instrumente erzeugt – wollte man die dunkle Jahreszeit verscheuchen und die fruchtbare Frühlingssonne herbeirufen. Diese Tradition lebt heute noch in den vielen Maskentypen weiter, die oft animalische oder dämonische Züge tragen.

Das Schwellenfest vor der Fastenzeit

Aus christlicher Sicht war der Schmutzige Donnerstag der letzte Tag der Völlerei. Da während der Fastenzeit der Verzehr von Fleisch, Eiern und tierischen Fetten verboten war, mussten die Vorräte aufgebraucht werden. Dies führte zu grossen Festgelagen. Die Fasnacht bot zudem die Möglichkeit, die sozialen Hierarchien für kurze Zeit aufzuheben. Die "Narrenfreiheit" erlaubte es dem einfachen Volk, die Obrigkeit und die Kirche ungestraft zu kritisieren – eine Tradition, die sich bis heute in der Schnitzelbank-Kultur und den satirischen Sujets der Umzugswagen erhalten hat.

Die Reformation und die Basler Ausnahme

Ein interessantes historisches Detail ist die Spaltung der Fasnachtstraditionen während der Reformation. Während viele reformierte Städte die Fasnacht als "heidnisch" oder "papistisch" verboten, hielt die Bevölkerung in Basel so stark an ihren Bräuchen fest, dass sich eine eigene, protestantisch geprägte Fasnacht entwickelte. Diese findet zeitversetzt statt, da man sich in Basel nach der Reformation nicht mehr an den katholischen Kalender für die Fastenzeit halten wollte.

Regionale Highlights und Feierlichkeiten

Die Schweiz feiert die Fasnacht nicht überall gleich. Jede Region hat ihre eigenen Legenden, Figuren und Abläufe, die den Schmutzigen Donnerstag und die darauffolgenden Tage prägen.

Luzern: Der Urknall und Bruder Fritschi

In Luzern beginnt der Schmutzige Donnerstag um exakt 05:00 Uhr morgens auf dem Kapellplatz. Tausende Menschen warten in der Dunkelheit gespannt, bis der "Urknall" – eine gewaltige Detonation – das Signal gibt. In diesem Moment taucht der "Bruder Fritschi", die Symbolfigur der Luzerner Fasnacht, mit seinem Gefolge auf. Es regnet "Fötzel" (kleine Papierschnipsel) auf die Menge nieder, und die Stadt verwandelt sich augenblicklich in ein Tollhaus. Der Schmutzige Donnerstag in Luzern ist geprägt von grossen Umzügen mit Wagen, die politische Themen aufs Korn nehmen, und einem riesigen Angebot an Guggenmusik-Konzerten auf allen Plätzen der Altstadt.

Bern: Die Bärenbefreiung

In der Bundesstadt Bern beginnt die Fasnacht am Schmutzigen Donnerstag mit der "Bärebefreiig" (Bärenbefreiung). Der Bär, das Wappentier von Bern, wird symbolisch aus seinem Winterschlaf im Käfigturm befreit. Mit lautem Getöse der Guggenmusiken wird das Tier "geweckt", woraufhin die Narren die Macht über das Rathaus übernehmen. Die Berner Fasnacht ist bekannt für ihre labyrinthartigen Gassen in der Altstadt, die eine einzigartige Akustik für die Musikkapellen bieten.

Bellinzona: Das Königreich Rabadan

Im Tessin, dem italienischsprachigen Teil der Schweiz, trägt die Fasnacht den Namen "Rabadan", was im lokalen Dialekt so viel wie "Lärm" bedeutet. In Bellinzona beginnt das Fest am Schmutzigen Donnerstag, wenn der Stadtpräsident dem "König Rabadan" die Schlüssel der Stadt übergibt. Für sechs Tage wird Bellinzona zu einer unabhängigen Narrenrepublik. Die Feierlichkeiten im Tessin haben ein eher südländisches Flair mit grossen Festzelten, Risotto-Essen unter freiem Himmel und prächtigen Kostümparaden, die stark an den Karneval in Venedig oder Viareggio erinnern.

Solothurn: Die "Chesslete"

In Solothurn heisst die Stadt während der Fasnacht "Honolulu". Hier beginnt der Schmutzige Donnerstag ebenfalls sehr früh, um 05:00 Uhr, mit der sogenannten "Chesslete". Die Teilnehmer tragen weisse Nachthemden, Zipfelmützen und rote Halstücher. Bewaffnet mit Glocken, Ratschen und Hörnern ziehen sie durch die Gassen, um die Einwohner lautstark zu wecken. Es ist ein beeindruckendes, archaisches Schauspiel, bei dem der Lärm im Zentrum steht.

Traditionen und Bräuche am Schmutzigen Donnerstag

Die Schweizer Fasnacht ist reich an Symbolik und festen Ritualen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Guggenmusik

Die Guggenmusik ist das Herzstück der deutschschweizerischen Fasnacht. Es handelt sich um Blechmusikgruppen, die oft sehr aufwendige, jährlich wechselnde Kostüme und Masken tragen. Die Musik ist rhythmisch betont, laut und absichtlich leicht disharmonisch ("falsch") gespielt. Eine gute Gugge zeichnet sich dadurch aus, dass sie das Publikum mitreisst. Am Schmutzigen Donnerstag haben diese Gruppen ihre ersten grossen Auftritte.

Die Larve und das Kostüm

In der Schweiz spricht man oft von der "Larve" statt von der Maske. In Basel werden diese oft aus kaschiertem Papier handgefertigt, während in der Innerschweiz auch schwere Holzmasken üblich sind. Das Kostüm (oft "Gwand" genannt) ist meist ein streng gehütetes Geheimnis bis zum Schmutzigen Donnerstag. Viele Cliquen und Gruppen arbeiten ein ganzes Jahr an ihren Verkleidungen, die oft ein gemeinsames Thema (Sujet) verfolgen.

Konfetti und Räppli

Was in Deutschland Konfetti heisst, nennt man in Basel "Räppli". Am Schmutzigen Donnerstag beginnt die grosse Konfetti-Schlacht. Es gilt als Zeichen der närrischen Zuneigung, wenn man mit einer Handvoll Konfetti "eingeseift" wird. In vielen Städten fahren grosse Wagen durch die Strassen, von denen aus zentnerweise Konfetti auf die Zuschauer geworfen wird.

Kulinarik: Chüechli und Mehlsuppe

Essen spielt eine zentrale Rolle. Die "Fasnachtschüechli" – dünne, in Fett frittierte Teigfladen mit Puderzucker – sind allgegenwärtig. In Basel ist die "Basler Mehlsuppe" legendär, eine braune, kräftige Suppe aus geröstetem Mehl, Zwiebeln und Speck, die traditionell frühmorgens gegessen wird, um die nötige Energie für die langen Tage zu liefern. Auch die "Käse- und Zwiebelwähen" (herzhafte Kuchen) gehören zum festen kulinarischen Programm.

Schnitzelbänke

Dies ist die intellektuelle Seite der Fasnacht. Bänkelsänger ziehen von Lokal zu Lokal und singen satirische Verse über das Zeitgeschehen, die Lokalpolitik oder gesellschaftliche Missstände. Begleitet werden sie oft von Illustrationen auf grossen Tafeln (Helgen). Die Kunst besteht darin, die Pointen prägnant und in Reimform zu präsentieren.

Basel Fasnacht: Die Ausnahme von der Regel

Obwohl der Schmutzige Donnerstag den allgemeinen Startschuss gibt, muss Basel gesondert erwähnt werden. Die Basler Fasnacht ist die grösste der Schweiz und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie beginnt jedoch erst am Montag nach Aschermittwoch um exakt 04:00 Uhr morgens mit dem Morgestraich.

Der Morgestraich

In der gesamten Basler Innenstadt wird die Strassenbeleuchtung gelöscht. Auf das Kommando "Morgestraich, vorwärts marsch!" beginnen tausende von Pfeifern und Trommlern zu spielen. Sie tragen beleuchtete Kopflaternen, und durch die dunklen Gassen ziehen riesige, kunstvoll bemalte Zuglaternen. Es herrscht eine fast magische, Gänsehaut erzeugende Atmosphäre.

Die drey scheenschte Dääg

Die Basler Fasnacht dauert exakt 72 Stunden – die "drei schönsten Tage". Während dieser Zeit herrscht in Basel ein Ausnahmezustand. Die "Cliquen" (Gruppen) ziehen trommelnd und pfeifend durch die Stadt, es gibt grosse Umzüge (Cortèges) und am Dienstagabend gehört die Stadt ganz den Guggenmusiken. Am Donnerstagmorgen um 04:00 Uhr endet das Spektakel mit dem "Ändstraich".

Praktische Informationen für Besucher

Wer den Schmutzigen Donnerstag und die Schweizer Fasnacht erleben möchte, sollte sich gut vorbereiten, denn die Städte sind in dieser Zeit kaum wiederzuerkennen.

Anreise und Transport

Während der Fasnachtstage ist die Nutzung des Autos in den Innenstädten von Luzern, Basel oder Bellinzona nahezu unmöglich. Viele Strassen sind für Umzüge gesperrt. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bieten jedoch umfangreiche Extrazüge an, die teilweise die ganze Nacht hindurch verkehren. Es wird dringend empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Kleidung

Der Februar in der Schweiz kann sehr kalt sein. Da man sich meistens draussen in den Gassen aufhält, ist das Zwiebelprinzip (mehrere Schichten Kleidung) lebensnotwendig. Wer sich als Zuschauer unter die Menge mischt, muss nicht zwingend voll kostümiert sein, aber eine kleine Verkleidung oder eine lustige Mütze hilft dabei, Teil der Gemeinschaft zu werden. In Basel ist es jedoch Tradition, dass Zuschauer keine Masken oder Kostüme tragen, sondern lediglich eine Plakette (Blaggedde) als Zeichen der Unterstützung kaufen.

Unterkunft

Hotels in Luzern und Basel sind für die Fasnachtszeit oft Monate, wenn nicht ein Jahr im Voraus ausgebucht. Die Preise steigen in dieser Zeit markant an. Wer spontan kommen möchte, sollte in umliegenden Städten suchen und die guten Zugverbindungen nutzen.

Die "Blaggedde" (Plakette)

In fast allen Fasnachtshochburgen werden Plaketten verkauft. Der Erlös dient der Finanzierung der Umzüge und der Cliquen. Es gehört zum guten Ton, eine solche Plakette sichtbar an der Jacke zu tragen. Wer keine trägt, riskiert, von den "Waggis" (traditionelle Fasnachtsfiguren) besonders intensiv mit Konfetti beworfen zu werden.

Ist der Schmutzige Donnerstag ein gesetzlicher Feiertag?

Offiziell ist der Schmutzige Donnerstag kein nationaler Feiertag in der Schweiz. Das bedeutet, dass Banken und Poststellen in Regionen ohne Fasnachtstradition (wie z.B. in Zürich oder Genf) normal geöffnet haben.

In den Fasnachtshochburgen sieht die Situation jedoch anders aus:

Luzern: Viele Geschäfte und Büros in der Innenstadt schliessen am Schmutzigen Donnerstag bereits am Vormittag oder bleiben den ganzen Tag geschlossen. Für die lokale Bevölkerung ist es ein inoffizieller Feiertag. Basel: Während der Basler Fasnacht (Montag bis Mittwoch nach Aschermittwoch) herrscht in der Stadt weitgehend Stillstand. Viele Betriebe geben ihren Mitarbeitern frei. Schulen: In den meisten Kantonen der Zentralschweiz und in Basel fallen die Sportferien (Winterferien) absichtlich in die Fasnachtszeit, sodass die Kinder schulfrei haben.

Besucher sollten beachten, dass der öffentliche Nahverkehr in den betroffenen Städten massiv umgeleitet wird und viele Dienstleistungen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Zusammenfassung der wichtigsten Termine für 2026

Schmutziger Donnerstag (Landesweiter Auftakt): Thursday, February 12, 2026 Gidio Hosestoss (Herisau): Aschermittwoch Beginn Basler Fasnacht (Morgestraich): Montag, 23. Februar 2026

  • Ende Basler Fasnacht (Ändstraich): Donnerstag, 26. Februar 2026
Der Schmutzige Donnerstag ist mehr als nur ein Datum im Kalender; er ist das Tor zu einer Welt, in der die Vernunft für ein paar Tage Urlaub macht. Wer die Schweiz von ihrer lautesten, buntesten und herzlichsten Seite erleben möchte, kommt an diesem Tag nicht vorbei. Es ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht – vom Geruch der Mehlsuppe über den Anblick der riesigen Laternen bis hin zum vibrierenden Bass der Guggenmusik, den man bis in die Magengrube spürt. Ein Fest der Lebensfreude, das den harten Schweizer Winter für einen Moment vergessen lässt.

Frequently Asked Questions

Common questions about Carnival Thursday in Switzerland

Der Schmutzige Donnerstag fällt im Jahr 2026 auf Thursday, den February 12, 2026. Von heute an sind es noch genau 40 Tage bis zu diesem traditionsreichen Ereignis. Dieser Tag markiert in vielen Regionen der Schweiz, insbesondere in den katholisch geprägten Gebieten der Zentralschweiz, den offiziellen Auftakt zur Fasnachtssaison. Das Datum ist eng mit dem Osterkalender verknüpft und findet immer am Donnerstag vor Aschermittwoch statt, genau 40 Tage vor Beginn der Fastenzeit.

Nein, der Schmutzige Donnerstag ist kein bundesweiter gesetzlicher Feiertag. Die Regelungen variieren jedoch stark je nach Kanton und Gemeinde. In Fasnachtshochburgen wie Luzern oder Solothurn bleiben viele Geschäfte und Schulen geschlossen oder schliessen bereits am Vormittag, damit die Bevölkerung an den Feierlichkeiten teilnehmen kann. In protestantisch geprägten Regionen oder Städten wie Basel, wo die Fasnacht erst später beginnt, ist es hingegen ein gewöhnlicher Arbeitstag. Besucher sollten sich vorab über lokale Ladenöffnungszeiten informieren.

Der Name 'Schmutziger Donnerstag' leitet sich vom alemannischen Wort 'Schmutz' für Fett oder Schmalz ab. Historisch gesehen war dies der letzte Tag vor der strengen Fastenzeit, an dem geschlachtet und fettige Speisen wie Krapfen oder Fastnachtskiechli gegessen wurden. Es ist ein Fest des Exzesses, das germanische Winteraustreibungsrituale mit christlichen Traditionen verbindet. Die Menschen nutzen die Maskerade, um die gesellschaftliche Ordnung symbolisch auf den Kopf zu stellen, Kritik zu üben und den Winter mit Lärm und Musik zu vertreiben.

In Luzern beginnt das Spektakel pünktlich um 5:00 Uhr morgens mit dem 'Urknall'. Die Ankunft von Bruder Fritschi und seiner Familie am Seeufer löst eine Explosion aus Licht und Klang aus. Tausende von Menschen versammeln sich in der Altstadt, um den ersten grossen Umzug zu erleben. Der Tag ist geprägt von Guggenmusik-Konzerten, bei denen Blechbläsergruppen schräge Rhythmen spielen, und aufwendig kostümierten Gruppen, die durch die Gassen ziehen. Die Stimmung ist ausgelassen, laut und farbenfroh, wobei Konfetti und Masken das Stadtbild dominieren.

Im Tessin wird der Schmutzige Donnerstag als Beginn des 'Rabadan' gefeiert, einer der grössten Fasnachtsveranstaltungen der italienischsprachigen Schweiz. Der Bürgermeister übergibt symbolisch die Stadtschlüssel an den König Rabadan, der daraufhin für sechs Tage die Herrschaft übernimmt. Bellinzona verwandelt sich in eine 'Fasnachtsstadt' mit riesigen Festzelten, Konzerten und Umzügen. Die Tessiner Tradition legt einen starken Fokus auf die Gemeinschaft, das gemeinsame Essen von Risotto und die lebhafte italienische Lebensfreude.

Obwohl der Schmutzige Donnerstag in vielen Teilen der Schweiz den Startschuss gibt, beginnt die berühmte Basler Fasnacht erst am Montag nach Aschermittwoch mit dem 'Morgestraich'. Während der Schmutzige Donnerstag oft laut und wild mit Guggenmusik gefeiert wird, ist der Basler Auftakt um 4:00 Uhr morgens von einer fast mystischen Stille geprägt, in der nur Pfeifer und Trommler zu hören sind. Basel ist zudem für seine handbemalten Laternen und die satirischen 'Schnitzelbänke' bekannt, was es zur grössten protestantischen Fasnacht der Welt macht.

In der Bundeshauptstadt Bern wird die Fasnacht am Schmutzigen Donnerstag mit der traditionellen 'Bärebefreiig' (Bärenbefreiung) im Gefängnisturm eröffnet. Dabei wird ein symbolischer Bär aus seinem Winterschlaf geweckt und befreit, was den Beginn der närrischen Zeit signalisiert. Begleitet von lautem Getöse und Trommelklängen ziehen die Narren anschliessend durch die Berner Arkaden. Die Berner Fasnacht hat sich zur drittgrössten der Schweiz entwickelt und besticht durch ihre einzigartige Kulisse in der UNESCO-geschützten Altstadt.

Besucher sollten sich unbedingt warm anziehen, da die Temperaturen im Februar oft um den Gefrierpunkt liegen; Zwiebelprinzip ist hierbei ratsam. Das Tragen einer Maske oder eines Kostüms wird in den Strassen sehr geschätzt und hilft dabei, Teil der Gemeinschaft zu werden. In Städten wie Luzern oder Basel ist es ratsam, sehr früh vor Ort zu sein (vor 4:00 oder 5:00 Uhr morgens), um einen guten Platz für die Eröffnungsspektakel zu ergattern. Da der öffentliche Verkehr oft verstärkt wird, aber Autos in den Zentren verboten sind, ist die Anreise per Bahn dringend empfohlen.

Historical Dates

Carnival Thursday dates in Switzerland from 2010 to 2025

Year Day of Week Date
2025 Thursday February 27, 2025
2024 Thursday February 8, 2024
2023 Thursday February 16, 2023
2022 Thursday February 24, 2022
2021 Thursday February 11, 2021
2020 Thursday February 20, 2020
2019 Thursday February 28, 2019
2018 Thursday February 8, 2018
2017 Thursday February 23, 2017
2016 Thursday February 4, 2016
2015 Thursday February 12, 2015
2014 Thursday February 27, 2014
2013 Thursday February 7, 2013
2012 Thursday February 16, 2012
2011 Thursday March 3, 2011
2010 Thursday February 11, 2010

Note: Holiday dates may vary. Some holidays follow lunar calendars or have different observance dates. Purple indicates weekends.